Teilprothesen in Kiel

Sicherer Ersatz
bei größeren Lücken.

Solange einzelne Zähne fehlen, lässt sich die Lücke fest schließen. Fehlen mehrere Zähne, oder stehen die verbliebenen zu ungünstig verteilt, stößt der festsitzende Zahnersatz an seine Grenzen – es fehlt schlicht an tragfähigen Pfeilern.

Dann kommt die Teilprothese ins Spiel: eine herausnehmbare Versorgung, die sich auf die verbliebenen Zähne und den Kieferkamm stützt. In unserer Zahnarztpraxis im Forstweg in Kiel planen wir sie so, dass sie sicher sitzt, gut zu reinigen ist und sich später erweitern lässt, wenn sich die Situation ändert.

Kurz erklärt

Wann eine Teilprothese sinnvoll ist

Die Teilprothese ist nicht die zweite Wahl, sondern für bestimmte Situationen die passende Lösung. Vier Konstellationen sprechen für sie.

Wann wir sie empfehlen:

  • Mehrere Lücken in einem Kiefer: Sind die verbliebenen Zähne über den Kiefer verteilt, lassen sich nicht alle Lücken mit Brücken schließen. Eine Prothese versorgt sie in einem Stück.
  • Fehlende Endpfeiler: Fehlen die hinteren Backenzähne, gibt es hinter der Lücke keinen Zahn mehr, auf dem eine Brücke aufliegen könnte. Die sogenannte Freiendsituation ist eine klassische Indikation.
  • Wenn ein chirurgischer Eingriff ausscheidet: Bei zu wenig Knochen oder Vorerkrankungen, die gegen Implantate sprechen, kommt die Prothese ohne Operation aus.
  • Als wirtschaftliche Lösung: Sie ist deutlich günstiger als eine ausgedehnte Versorgung mit mehreren Implantaten und dabei medizinisch vollwertig.

Good to know: Eine Teilprothese lässt sich in vielen Fällen erweitern, wenn später ein weiterer Zahn verloren geht. Das ist ein echter Vorteil gegenüber festsitzenden Konstruktionen, die dann komplett neu geplant werden müssen – und ein Grund, warum wir bei unsicherer Prognose der Restzähne bewusst zu ihr raten.

Die Systeme

Wie die Prothese gehalten wird

Alle Teilprothesen ersetzen fehlende Zähne – sie unterscheiden sich darin, wie sie an den verbliebenen Zähnen verankert werden. Davon hängen Halt, Aussehen und Kosten ab.

1. Die Modellgussprothese mit Klammern

Die Basisversorgung: Ein feines Metallgerüst trägt die Ersatzzähne, gebogene Klammern umfassen die Restzähne und halten die Prothese. Sie ist stabil, bewährt und vergleichsweise günstig. Der Nachteil liegt in der Sichtbarkeit – im vorderen Bereich können die Klammern beim Lachen auffallen. Im Seitenzahnbereich ist das meist unproblematisch.

2. Die Teleskopprothese

Statt Klammern halten ineinandergreifende Doppelkronen die Prothese durch Haftreibung. Von außen ist nichts zu sehen, der Halt ist deutlich besser und die Kräfte verteilen sich günstiger auf die Pfeilerzähne. Aufwendiger und teurer, dafür in Komfort und Ästhetik überlegen. Dazu haben wir eine eigene Seite.

3. Die Geschiebeprothese

Eine feinmechanische Verbindung – vergleichbar mit Nut und Feder – verbindet Prothese und überkronte Pfeilerzähne unsichtbar. Der Halt ist sehr gut, die Ästhetik hervorragend. Voraussetzung sind ausreichend tragfähige Pfeiler und genügend Platz für die Mechanik.

4. Flexible Kunststoffprothesen

Aus einem elastischen Material gefertigt, ohne Metallgerüst und mit zahnfleischfarbenen Halteelementen. Sie sind leicht und unauffällig, allerdings weniger formstabil und schwieriger zu unterfüttern oder zu reparieren. Wir setzen sie gezielt ein – etwa als Übergangslösung oder bei Metallunverträglichkeit.

Schritt für Schritt

Der Ablauf –
Von der Planung bis zur Eingewöhnung.

Eine Teilprothese entsteht über mehrere Termine. Diese Zahl ist kein Zeichen von Aufwand um seiner selbst willen – jeder Zwischenschritt dient dazu, dass die fertige Versorgung später tatsächlich passt.

  1. Befund und Planung Wir beurteilen die verbliebenen Zähne: Wie fest sitzen sie, wie ist der Knochen, welche eignen sich als Pfeiler? Daraus ergibt sich das System. Müssen Pfeilerzähne vorbereitet werden – etwa durch Kronen oder eine Wurzelbehandlung –, geschieht das zuerst.
    Ihr Vorteil: Sie wissen von Anfang an, wie viele Schritte anstehen und was jeder davon bewirkt.
  2. Abformung, Bissnahme und Einprobe Nach dem Scan oder der Abformung bestimmen wir die Bisslage und die Zahnstellung. Bei der Wachs-Einprobe sehen und beurteilen Sie das Ergebnis, bevor es endgültig gefertigt wird – Zahnstellung, Farbe und Aussehen lassen sich hier noch ändern. Nutzen Sie diesen Termin und sagen Sie offen, was Ihnen nicht gefällt.
  3. Eingliederung, Nachanpassung und Eingewöhnung Die fertige Prothese wird eingesetzt und eingepasst. Danach folgen ein bis mehrere Kontrolltermine: In den ersten Tagen zeigen sich fast immer kleine Druckstellen, die wir gezielt entlasten. Das ist normal und kein Zeichen für eine schlechte Arbeit – erst der Alltag zeigt, wo nachgearbeitet werden muss.
Wir klären auf

Was Sie realistisch erwarten können

Eine Teilprothese ist ein Fremdkörper im Mund, an den man sich gewöhnen muss. Wer das vorher weiß, kommt deutlich besser durch die ersten Wochen.

Die Eingewöhnung braucht Zeit
Anfangs fühlt sich die Prothese groß an, das Sprechen ist ungewohnt und beim Essen muss man umlernen. Fangen Sie mit weicher Kost an, schneiden Sie kleiner, kauen Sie beidseitig gleichmäßig. Lesen Sie zu Hause laut – das gewöhnt die Zunge schneller an die neue Situation als alles andere. Nach einigen Wochen ist die Prothese für die meisten Alltag.

Druckstellen gehören dazu
In den ersten Tagen entstehen fast immer Druckstellen. Wichtig: nicht selbst herumfeilen und die Prothese trotz Beschwerden am Tag vor dem Termin tragen – sonst können wir die Stelle nicht finden. Kommen Sie lieber einmal zu oft.

Der Sitz verändert sich
Der Kieferknochen unter der Prothese bildet sich langsam zurück, weil er nicht wie ein Zahn belastet wird. Nach einigen Jahren sitzt die Prothese dadurch lockerer. Das ist normal und lässt sich durch eine Unterfütterung beheben – ein vergleichsweise kleiner Eingriff, keine Neuanfertigung.

Die Pfeilerzähne tragen mehr Last
Die verbliebenen Zähne übernehmen zusätzliche Aufgaben. Deshalb sind regelmäßige Kontrolle und sehr gründliche Reinigung besonders wichtig – gerade dort, wo Klammern oder Kronen ans Zahnfleisch grenzen. Ein verlorener Pfeilerzahn bedeutet meist eine Umplanung.

Nicht jedes Gefühl kehrt zurück
Eine Prothese, die den Gaumen bedeckt, kann das Temperatur- und Geschmacksempfinden verändern. Bei den meisten Systemen lässt sich der Gaumen weitgehend freihalten – wir sprechen das in der Planung an, weil es vielen Patienten wichtig ist.

Wir klären auf

Kosten & Erstattung bei Teilprothesen

Auch hier gilt das Festzuschuss-System – und die Unterschiede zwischen den Systemen sind erheblich.

  • Der Festzuschuss: Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt befundbezogen. Die Modellgussprothese mit Klammern ist dabei die Regelversorgung; ihr Eigenanteil fällt entsprechend niedrig aus.
  • Der Eigenanteil steigt mit dem System: Teleskop- und Geschiebeprothesen sind aufwendiger in Planung und Herstellung. Der Festzuschuss bleibt gleich, die Differenz wächst.
  • Das Bonusheft: Lückenlos geführte Kontrolltermine erhöhen den Zuschuss spürbar – gerade bei größeren Versorgungen macht das einen deutlichen Unterschied.
  • Folgekosten mitdenken: Unterfütterungen und Reparaturen fallen über die Jahre an. Prothesen sind dabei ausgesprochen reparaturfreundlich – ein Vorteil gegenüber festsitzenden Konstruktionen.
  • Ratenzahlung möglich: Über unseren Servicepartner lassen sich die Kosten in passenden Intervallen begleichen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie den Heil- und Kostenplan erhalten.
FAQ

Häufige Fragen zu Teilprothesen

Welche Prothese ist die beste?

Die, die zu Ihrer Mundsituation passt – eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind Anzahl, Verteilung und Zustand der verbliebenen Zähne. Bei guten Pfeilern und dem Wunsch nach unsichtbarem Halt ist die Teleskopprothese komfortabel überlegen. Bei wenigen oder geschwächten Pfeilern ist die Modellgussprothese oft die robustere und vernünftigere Lösung. Wir stellen Ihnen die für Ihren Befund infrage kommenden Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen dar.

Soll man Teilprothesen nachts herausnehmen?

In der Regel ja. Das Zahnfleisch und der Kieferkamm erholen sich in dieser Zeit von der Belastung, und die Reinigung fällt leichter. Bewahren Sie die Prothese über Nacht trocken in einer belüfteten Dose auf – ein Wasserglas ist keine gute Idee, weil sich darin Keime vermehren. In Einzelfällen empfehlen wir aus funktionellen Gründen das Tragen über Nacht; dann sagen wir das ausdrücklich.

Wie reinigt man eine Teilprothese richtig?

Nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser abspülen, einmal täglich gründlich mit einer Prothesenbürste und Flüssigseife oder speziellem Reiniger säubern – keine Zahnpasta, die ist zu abrasiv und zerkratzt das Material. Reinigen Sie über einem mit Wasser gefüllten Waschbecken, dann übersteht die Prothese auch ein Herunterfallen. Ebenso wichtig: die verbliebenen eigenen Zähne, besonders dort, wo Klammern anliegen.

Warum hält meine Prothese beim Essen nicht gut?

Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe: Der Kieferknochen hat sich zurückgebildet und die Prothese sitzt nicht mehr passgenau – dann hilft eine Unterfütterung. Die Halteelemente können ausgeleiert sein und lassen sich nachaktivieren. Manchmal stimmt die Bisssituation nicht mehr. Und gelegentlich ist es schlicht die Gewöhnung: Das Kauen mit Prothese funktioniert anders und braucht Übung. Kommen Sie damit zu uns, statt sich mit Haftcreme zu behelfen – die kaschiert nur die Ursache.

Wie lange hält eine Teilprothese?

Das Gerüst ist auf viele Jahre angelegt. Was sich ändert, ist der Kiefer darunter – deshalb sind Unterfütterungen im Lauf der Zeit normal und keine Zeichen für schlechte Arbeit. Mit regelmäßiger Kontrolle und gepflegten Pfeilerzähnen begleitet Sie eine Teilprothese sehr lange.

Kann die Prothese erweitert werden, wenn ich später einen Zahn verliere?

Bei den meisten Systemen ja – das ist einer ihrer größten Vorteile. Bei Modellgussprothesen lässt sich ein Zahn in der Regel unkompliziert ergänzen. Bei Teleskopprothesen hängt es davon ab, welcher Zahn betroffen ist. Wir berücksichtigen diese Frage schon bei der Planung, wenn die Prognose einzelner Zähne unsicher ist.

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