Wurzelspitzenresektion in Kiel

Kleiner Schnitt,
große Wirkung.

Die Wurzelspitzenresektion ist oft die letzte Möglichkeit, einen Zahn zu erhalten. Sie ist ein kleiner operativer Eingriff, bei dem die Wurzelspitze abgetrennt und der Kanal von unten dicht verschlossen wird. Durch eine gezielte lokale Betäubung ist der Eingriff für Sie nahezu schmerzfrei.

Sie kommt zum Einsatz, wenn der Weg von oben nicht mehr weiterführt: Manchmal kann auch eine sehr sorgfältige Wurzelkanalbehandlung eine Entzündung nicht beseitigen. In unserer Zahnarztpraxis im Forstweg in Kiel führt ein Fachzahnarzt für Oralchirurgie den Eingriff durch – der Weg zu einem Kieferchirurgen entfällt.

Kurz erklärt

Wann die Operation nötig wird

Der gemeinsame Nenner aller Anlässe: An der Wurzelspitze hält sich eine Entzündung, die von innen nicht zu erreichen ist.

Die Gründe im Einzelnen:

  • Entzündung trotz sorgfältiger Wurzelbehandlung: Auch eine sehr gründliche Behandlung kann eine Entzündung des Kanals nicht immer beseitigen – etwa weil Bakterien in feinsten Seitenkanälen sitzen, die kein Instrument erreicht.
  • Eine Fraktur des Zahns im unteren Drittel: Bricht die Wurzelspitze ab, lässt sich der Zahn durch das Entfernen dieses Bereichs oft erhalten.
  • Blockierte oder unzugängliche Kanäle: Ein abgebrochenes Instrument, eine starke Verkalkung oder ein Stift im Kanal machen den Weg von oben unmöglich.
  • Zysten und Granulome: Hat sich an der Wurzelspitze ein Gewebesack gebildet, wird er in derselben Sitzung mit entfernt.
  • Wenn eine Revision nicht sinnvoll ist: Sitzt eine gut passende Krone auf dem Zahn, die für eine Revision zerstört werden müsste, ist der Weg von unten oft der schonendere.

Good to know: Die Wurzelspitzenresektion ist kein Ersatz für eine Wurzelkanalbehandlung, sondern deren Ergänzung. In aller Regel prüfen wir zuerst, ob eine Revision von oben möglich ist – sie ist der weniger invasive Weg.

Was passiert

Was bei dem Eingriff geschieht

Der Eingriff besteht aus vier Schritten und dauert je nach Zahn zwischen 30 und 60 Minuten.

1. Zugang über den Knochen

Nach der Betäubung wird das Zahnfleisch über der Wurzelspitze vorsichtig gelöst und ein kleines Fenster im Knochen angelegt. Der Zugang wird so klein wie möglich gehalten – genau groß genug, um unter Sicht arbeiten zu können.

2. Entzündetes Gewebe entfernen

Das entzündlich veränderte Gewebe rund um die Wurzelspitze wird vollständig entfernt. Liegt eine Zyste vor, wird sie in einem Stück ausgeschält und zur Sicherheit feingeweblich untersucht.

3. Wurzelspitze kürzen und verschließen

Die Spitze wird um wenige Millimeter gekürzt – dort sitzen die feinsten Verzweigungen, in denen sich Bakterien halten. Anschließend wird der Kanal von unten gereinigt und mit einem biokompatiblen Material dicht verschlossen. Dieser Verschluss ist der eigentliche Erfolgsfaktor.

4. Naht und Heilung

Das Zahnfleisch wird zurückgelegt und vernäht. Der Knochendefekt füllt sich in den folgenden Monaten von selbst mit neuem Knochen – das lässt sich im Röntgenbild verfolgen.

Schritt für Schritt

Der Ablauf –
Von der Planung bis zur Kontrolle.

Um den Eingriff herum liegen zwei Termine, die genauso wichtig sind wie die Operation selbst.

  1. Diagnostik und Planung Wir beurteilen den Zahn klinisch und im Röntgenbild. Bei unklarer Lage, bei Nähe zu Kieferhöhle oder Nervkanal oder bei mehrwurzeligen Zähnen ergänzen wir eine dreidimensionale Aufnahme – sie zeigt die Ausdehnung der Entzündung und die Wurzelanatomie deutlich genauer.
    Ihr Vorteil: Wir wissen vorher, was uns erwartet, statt es während des Eingriffs herauszufinden.
  2. Der Eingriff Unter örtlicher Betäubung – auf Wunsch mit Sedierung – erfolgt der Eingriff wie beschrieben. Gearbeitet wird unter Vergrößerung: Der Blick auf die Schnittfläche der gekürzten Wurzel entscheidet darüber, ob alle Kanäle erfasst und dicht verschlossen sind.
  3. Nachsorge und Kontrolle Die Fäden werden nach etwa einer Woche entfernt. Danach folgen Röntgenkontrollen in größeren Abständen: Der Knochen füllt sich langsam wieder auf, das dauert Monate bis über ein Jahr. Ein unverändertes Bild nach drei Monaten ist noch kein Misserfolg.
Wir klären auf

Risiken und was wir dagegen tun

Der Eingriff ist gut planbar und komplikationsarm. Vollständige Aufklärung gehört trotzdem dazu.

Schwellung und Schmerzen
In den ersten Tagen normal, Höhepunkt am zweiten bis dritten Tag. Bei Frontzähnen im Oberkiefer kann die Schwellung bis unter die Augen reichen und sich verfärben – das sieht dramatischer aus, als es ist, und klingt vollständig ab.

Nachblutung
Leichtes Sickern in den ersten Stunden ist üblich. Kühlen Sie, lagern Sie den Kopf hoch und verzichten Sie auf körperliche Anstrengung.

Rückgang des Zahnfleischs
Nach dem Eingriff kann sich das Zahnfleisch an dieser Stelle etwas zurückziehen, sodass ein Kronenrand sichtbar wird. Im Frontzahnbereich ist das ästhetisch relevant – wir wählen die Schnittführung entsprechend, können es aber nicht immer ausschließen.

Nähe zu Nachbarstrukturen
Im Unterkiefer verläuft ein Nerv, im Oberkiefer grenzt die Kieferhöhle an. Beides ist ein Grund für die dreidimensionale Planung. Vorübergehende Taubheitsgefühle sind selten und bilden sich in aller Regel zurück.

Wenn es nicht ausheilt
Bleibt die Entzündung bestehen, kommt eine Wiederholung in Betracht – oder die Entfernung des Zahns mit anschließender Versorgung. Wir sagen Ihnen vorab ehrlich, wie wir die Aussichten in Ihrem Fall einschätzen. Ein Zahn mit stark geschädigtem Zahnhalteapparat oder einer Längsfraktur profitiert nicht von diesem Eingriff.

Wir klären auf

Kosten & Beteiligung der Kassen

Bei entsprechender Indikation ist der Eingriff Kassenleistung – mit klar benennbaren Zusatzoptionen.

  • Die GKV leistet bei Indikation: Ist der Zahn erhaltungswürdig und die Voraussetzungen erfüllt, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung den Eingriff einschließlich Betäubung und Nachsorge.
  • Dreidimensionale Aufnahme: Bei Nähe zu Nerv oder Kieferhöhle fachlich sinnvoll, aber keine Regelleistung. Wir begründen, warum wir sie empfehlen.
  • Mikrochirurgisches Vorgehen: Die Arbeit unter starker Vergrößerung mit feinsten Instrumenten geht über den Standard hinaus und verbessert die Aussichten spürbar – sie wird als Zusatzleistung berechnet.
  • Sedierung auf Wunsch: Möglich, in der Regel privat.
  • Der wirtschaftliche Vergleich: Der Eingriff kostet deutlich weniger als die Entfernung des Zahns samt Implantat oder Brücke. Selbst wenn er nicht dauerhaft trägt, gewinnen Sie Zeit – und Zeit ist beim Zahnerhalt oft der entscheidende Faktor.
FAQ

Häufige Fragen zur Wurzelspitzenresektion

Wie lange bleiben die Fäden?

In der Regel etwa eine Woche. Das Entfernen dauert wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft – eine Betäubung ist dafür nicht nötig. Bei diesem Termin sehen wir uns zugleich an, wie die Wunde verheilt.

Darf ich danach Auto fahren?

Nach örtlicher Betäubung ja. Nach einer Sedierung nicht – dann brauchen Sie eine Begleitperson und dürfen für den Rest des Tages nicht selbst fahren. Wir weisen Sie bei der Terminvergabe darauf hin.

Wie lange dauert die Heilung?

Die Beschwerden lassen nach wenigen Tagen deutlich nach, die Schleimhaut ist in der Regel nach ein bis zwei Wochen verheilt. Der Knochendefekt füllt sich dagegen langsam – über mehrere Monate bis zu einem Jahr. Das merken Sie nicht, wir sehen es nur im Röntgenbild. Deshalb kontrollieren wir auch dann, wenn Sie längst beschwerdefrei sind.

Hält der Zahn danach genauso wie vorher?

In der Regel ja. Die gekürzte Wurzel ist etwas kürzer, was die Verankerung geringfügig reduziert – bei einem ansonsten gesunden Zahnhalteapparat spielt das keine Rolle. Wichtig ist, dass der Zahn nach oben dicht versorgt ist; sonst wandern erneut Bakterien nach.

Was ist der Unterschied zur Revision?

Die Revision geht von oben durch die Zahnkrone: Die alte Wurzelfüllung wird entfernt und der Kanal neu aufbereitet. Die Wurzelspitzenresektion geht von außen durch den Knochen. Wir prüfen in aller Regel zuerst die Revision, weil sie der weniger invasive Weg ist. Sitzt eine intakte Krone auf dem Zahn oder ist der Kanal blockiert, ist der Weg von unten sinnvoller.

Muss ich mich krankschreiben lassen?

Bei körperlich leichter Tätigkeit reichen oft ein bis zwei Tage, bei körperlicher Arbeit eher drei. Legen Sie den Termin nach Möglichkeit so, dass Sie danach zwei ruhige Tage haben. Die Bescheinigung stellen wir Ihnen selbstverständlich aus.

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