Digitaler Workflow in Kiel

Vom Scan
zur fertigen Versorgung.

Einzelne digitale Geräte hat inzwischen fast jede Praxis. Der eigentliche Gewinn entsteht aber erst, wenn sie zusammenarbeiten – wenn die Aufnahme, die Planung und die Fertigung auf denselben Daten aufbauen, ohne dass zwischendurch etwas abgeformt, abgegossen oder abgetippt werden muss.

Genau das meint der digitale Workflow: eine durchgängige Kette statt einzelner Schritte, die jeweils neu ansetzen. In unserer Zahnarztpraxis im Forstweg in Kiel schließt sich diese Kette im hauseigenen Labor – die Daten gehen nicht auf die Reise, sondern direkt an den Zahntechniker.

Kurz erklärt

Was ein Medienbruch kostet

Jeder Wechsel zwischen analog und digital ist eine Stelle, an der Genauigkeit verloren geht.

Der klassische Weg:

  • Abformung im Mund, Materialverzug möglich
  • Gipsmodell gegossen, erneute Ungenauigkeit
  • Versand zum Labor, Zeitverlust
  • Manuelle Fertigung auf dem Modell
  • Rücksendung, Anprobe, gegebenenfalls Korrektur

Der digitale Weg:

  • Scan statt Abformung: kein Materialverzug, sofortige Kontrolle am Bildschirm
  • Konstruktion auf denselben Daten: kein Modellwechsel, keine Übertragungsfehler
  • Fertigung direkt aus der Konstruktion: was geplant wurde, wird gefräst oder gedruckt
  • Kurze Wege: weil das Labor im Haus ist, entfällt der Versand vollständig

Good to know: Der oft genannte Vorteil „weniger Termine” ist real, aber nicht der wichtigste. Entscheidender ist die Vorhersagbarkeit: Was am Bildschirm konstruiert wurde, entsteht anschließend exakt so. Was früher am Stuhl nachgearbeitet werden musste, passt heute häufig auf Anhieb.

Die Kette

Wie die Schritte ineinandergreifen

Drei Stufen, die aufeinander aufbauen – und ein Labor, das sie zusammenführt.

1. Digitale Diagnostik

Am Anfang stehen die Daten: der Intraoralscan der Zahnsituation und – wo nötig – die dreidimensionale Aufnahme des Knochens. Beide lassen sich am Computer übereinanderlegen. So entsteht ein Modell, das sowohl die sichtbare Zahnreihe als auch die darunterliegenden Strukturen zeigt.

2. Digitale Planung

Auf dieser Grundlage wird konstruiert: die Form einer Krone, die Position eines Implantats, der Verlauf einer Alignerbehandlung. Kontaktpunkte zu Nachbar- und Gegenzähnen werden berechnet und gezielt angepasst. Bei ästhetisch relevanten Arbeiten lässt sich das geplante Ergebnis vorab zeigen.

3. Digitale Fertigung

Aus der Konstruktion entsteht das reale Werkstück – gefräst aus einem Keramikblock, gedruckt oder als Bohrschablone für die Implantation. Weil Konstruktion und Fertigung dieselben Daten nutzen, entsteht dabei kein Übertragungsfehler.

4. Der Unterschied durch das eigene Labor

Die Daten gehen nicht per Post zu einem auswärtigen Dienstleister, sondern direkt an den Zahntechniker im Haus – der Ihren Zahn selbst gesehen und die Farbe am Stuhl abgestimmt hat. Das verkürzt nicht nur die Wartezeit, sondern verbessert vor allem das Ergebnis bei ästhetisch anspruchsvollen Arbeiten.

Schritt für Schritt

Typische Anwendungen –
Wo Sie es merken.

Der Workflow ist kein eigenes Angebot, sondern die Art, wie wir arbeiten. Am deutlichsten merken Sie ihn an drei Stellen.

  1. Zahnersatz Kronen, Brücken, Inlays und Veneers entstehen digital konstruiert und im Haus gefertigt. Sie merken es an weniger Terminen, kürzeren Wartezeiten und daran, dass die Versorgung beim Einsetzen meist auf Anhieb sitzt.
    Ihr Vorteil: Weniger Anproben, weniger Nacharbeit, weniger Zeit im Behandlungsstuhl.
  2. Implantatplanung Scan und dreidimensionale Aufnahme werden zusammengeführt, das Implantat am Bildschirm positioniert und aus der Planung eine Bohrschablone gefertigt. Der Eingriff wird dadurch kleiner und planbarer – und Sie sehen vorher, wie das Ergebnis aussehen wird.
  3. Schienen und Aligner Aufbiss-, Knirscher- und Schnarchschienen sowie Alignerserien entstehen auf Basis des Scans. Bei Alignern wird der gesamte Behandlungsverlauf digital geplant – Sie sehen die geplante Endstellung, bevor die erste Schiene gefertigt ist.
Wir klären auf

Risiken und Grenzen

Digitale Ketten sind leistungsfähig – und haben eigene Schwachstellen, über die selten gesprochen wird.

Nicht jeder Fall ist digital lösbar
Bei tief unter dem Zahnfleisch liegenden Präparationsrändern, bei sehr umfangreichen Rekonstruktionen oder bei komplexen herausnehmbaren Arbeiten stoßen rein digitale Verfahren an Grenzen. Wir kombinieren dann beide Wege, statt einen um jeden Preis durchzuziehen.

Technikabhängigkeit
Fällt ein Gerät oder die Software aus, muss konventionell weitergearbeitet werden. Das ist kein Drama, aber es bedeutet, dass wir beide Verfahren beherrschen müssen – und tun.

Der Fehler wandert mit
Das ist der wichtigste Punkt: Ist der Ausgangsscan ungenau, überträgt sich diese Ungenauigkeit durch die gesamte Kette bis ins fertige Werkstück. Digital bedeutet nicht automatisch richtig – es bedeutet nur, dass nichts zusätzlich verloren geht. Deshalb kontrollieren wir den Scan sofort am Bildschirm.

Höchste Ästhetik braucht Handarbeit
Für Frontzahnrestaurationen mit feinen Farbverläufen und Transparenzen ist die individuelle Ausarbeitung durch den Zahntechniker der Vollautomatik überlegen. Wir nutzen den digitalen Weg dann für das Gerüst und arbeiten die Oberfläche von Hand aus.

Datensicherheit
Ihre Scan- und Bilddaten unterliegen dem Datenschutz und werden nicht an Dritte weitergegeben. Weil unser Labor im Haus ist, verlassen sie die Praxis in der Regel gar nicht.

Wir klären auf

Kosten & Erstattung

Der digitale Weg ist keine eigene Leistung, sondern die Art der Herstellung – abgerechnet wird die Versorgung.

  • Der Festzuschuss bleibt gleich: Bei Zahnersatz zahlt die gesetzliche Krankenversicherung befundbezogen, unabhängig vom Herstellungsverfahren.
  • Das Material bestimmt den Eigenanteil: Ob eine Krone gefräst oder konventionell gefertigt wurde, wirkt sich weniger aus als die Frage, aus welchem Material sie besteht.
  • Weniger Termine können Kosten senken: Entfallen Provisorium und Zweittermin, entfallen auch die zugehörigen Positionen.
  • Zusatzleistungen weisen wir aus: Wo etwas über die Regelversorgung hinausgeht – etwa die dreidimensionale Bildgebung –, steht es im Kostenplan.
  • Ratenzahlung möglich: Über unseren Servicepartner lassen sich die Kosten in passenden Intervallen begleichen.
FAQ

Häufige Fragen zum digitalen Workflow

Bekomme ich meine Krone wirklich an einem Tag?

Bei geeignetem Befund ist das möglich – Scan, Konstruktion, Fertigung und Einsetzen in einem längeren Termin. Es ist aber nicht immer die beste Lösung: Manchmal ist es sinnvoller, die Bisssituation über ein Provisorium zu prüfen, oder die Oberfläche soll individuell ausgearbeitet werden. Wir entscheiden nach Befund, nicht nach Werbeversprechen.

Ist digital gefertigter Zahnersatz genauso gut?

Bei sauber erfassbaren Präparationsrändern ja, in der Passgenauigkeit häufig sogar besser – weil der Verzug entfällt, der bei Abformmassen entstehen kann. Bei höchsten ästhetischen Ansprüchen im Frontzahnbereich kombinieren wir digitale Fertigung mit manueller Ausarbeitung.

Was passiert mit meinen Daten?

Sie werden in unserer Praxissoftware gespeichert und ausschließlich für Ihre Behandlung genutzt. Da das Labor im Haus ist, verlassen sie die Praxis in der Regel nicht. Eine Weitergabe an mitbehandelnde Praxen erfolgt nur mit Ihrer Zustimmung.

Merke ich als Patient überhaupt einen Unterschied?

Ja, an drei Stellen: keine Abdruckmasse im Mund, weniger Termine und in aller Regel keine langwierige Anprobe, weil die Versorgung auf Anhieb sitzt. Bei Implantatplanungen kommt hinzu, dass Sie das geplante Ergebnis vorher am Bildschirm sehen.

Kann ich das Ergebnis vorher sehen?

Bei ästhetisch relevanten Arbeiten ja. Die geplante Form lässt sich am Bildschirm zeigen und besprechen, bevor gefertigt wird. Gerade im Frontzahnbereich ist das hilfreich – Sie sehen, worauf Sie sich einlassen, statt es beschreiben zu müssen.

Was, wenn die Technik ausfällt?

Dann arbeiten wir konventionell weiter. Beide Verfahren gehören zum Handwerk, und der klassische Weg funktioniert nach wie vor zuverlässig. Ihre Behandlung verzögert sich dadurch allenfalls geringfügig.

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Forstweg 14 | 24105 Kiel

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