Sofortimplantation in Kiel

Heute setzen,
früher wieder lächeln.

Der klassische Weg zum Implantat verläuft in Etappen: Der Zahn wird entfernt, die Stelle heilt einige Monate aus, erst danach wird implantiert. Das ist sicher und bewährt – aber es bedeutet zwei Eingriffe und eine längere Zeit mit einer Lücke.

Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich beides zusammenlegen. Bei der Sofortimplantation setzen wir in unserer Zahnarztpraxis im Forstweg in Kiel das Implantat direkt in die frische Extraktionsstelle – in derselben Sitzung, in der der Zahn entfernt wird. Ob das in Ihrem Fall möglich ist, entscheidet der Befund, nicht der Wunsch.

Kurz erklärt

Wann ist ein Sofortverfahren sinnvoll?

Die Sofortimplantation ist kein Standardweg, sondern eine Option für eine gut definierte Ausgangslage. Vier Bedingungen müssen zusammenkommen – fehlt eine davon, ist das zweizeitige Vorgehen die bessere Wahl.

Die Voraussetzungen:

  • Entzündungsfreie Verhältnisse: An der Stelle darf keine akute Entzündung bestehen. Bakterien in der frischen Wunde gefährden die Einheilung unmittelbar.
  • Intakte Knochenwände: Das knöcherne Fach, in dem die Wurzel saß, muss weitgehend erhalten sein. Ist eine Wand zerstört, fehlt dem Implantat die Abstützung.
  • Ausreichende Primärstabilität: Das Implantat muss vom ersten Moment an fest sitzen. Diese anfängliche Verankerung entscheidet darüber, ob der Knochen anwachsen kann.
  • Gesundes Zahnfleisch: Ein stabiler Zahnfleischverlauf ist die Voraussetzung dafür, dass das Ergebnis später natürlich wirkt – besonders im sichtbaren Bereich.

Good to know: Der stärkste Grund für ein Sofortverfahren ist nicht die gesparte Zeit, sondern der Erhalt der Kontur. Wenn Knochen und Zahnfleisch nach der Extraktion nicht monatelang unbelastet bleiben, bilden sie sich weniger stark zurück – und das Ergebnis fügt sich später natürlicher ein.

Auf einen Blick

Was für das Sofortverfahren spricht

Wenn die Voraussetzungen stimmen, bietet die Sofortimplantation gegenüber dem zweizeitigen Vorgehen einige greifbare Vorteile.

1. Vorteil: Ein Eingriff statt zwei

Extraktion und Implantation finden in derselben Sitzung statt. Das bedeutet eine Betäubung, eine Wundheilung und einen Termin weniger – für viele Patienten der entscheidende Punkt.

2. Vorteil: Die natürliche Kontur bleibt erhalten

Nach einer Zahnentfernung zieht sich das knöcherne Fach zusammen und das Zahnfleisch bildet sich zurück. Wird die Stelle sofort durch ein Implantat gestützt, fällt dieser Rückgang geringer aus. Gerade im Frontzahnbereich ist das für das spätere Erscheinungsbild entscheidend.

3. Vorteil: Deutlich kürzere Gesamtdauer

Weil die mehrmonatige Ausheilphase zwischen Extraktion und Implantation entfällt, verkürzt sich der Weg bis zur endgültigen Krone erheblich.

4. Vorteil: Meist keine sichtbare Lücke

In geeigneten Fällen versorgen wir das Implantat direkt mit einem Provisorium. Sie verlassen die Praxis dann nicht mit einer Lücke – auch wenn dieses Provisorium zunächst nicht voll belastet werden darf.

Schritt für Schritt

Der Ablauf –
Extraktion und Implantation in einer Sitzung.

Die Sofortimplantation verlangt mehr Vorbereitung als eine gewöhnliche Zahnentfernung, weil im Voraus feststehen muss, was im Anschluss geschieht. Der eigentliche Termin läuft dann in drei Schritten ab.

  1. Vorbereitung und dreidimensionale Planung Vor dem Termin beurteilen wir den Zustand des Zahns und des umgebenden Knochens anhand einer dreidimensionalen Aufnahme. Daran erkennen wir, ob die Knochenwände intakt sind und wie das Implantat positioniert werden müsste. Erst wenn diese Frage geklärt ist, planen wir den Eingriff als Sofortverfahren.
    Ihr Vorteil: Sie wissen vorher, ob das Sofortverfahren realistisch ist – und was der Alternativplan wäre.
  2. Schonende Entfernung und Beurteilung Der Zahn wird so behandelt, dass die umgebenden Knochenwände unversehrt bleiben – das ist anspruchsvoller als eine gewöhnliche Extraktion und der eigentliche Schlüssel zum Erfolg. Anschließend reinigen wir das Zahnfach und beurteilen es. Zeigt sich hier doch eine Entzündung oder ein Defekt, brechen wir das Sofortverfahren ab und wechseln auf das zweizeitige Vorgehen.
  3. Implantation und provisorische Versorgung Das Implantat wird in der geplanten Position gesetzt. Verbleibende Hohlräume zwischen Implantat und Knochenwand füllen wir bei Bedarf mit Knochenersatzmaterial auf. Sitzt das Implantat ausreichend fest, kann direkt ein Provisorium aufgesetzt werden. Die endgültige Krone folgt nach der Einheilphase.
Wir klären auf

Risiken und wann wir davon abraten

Die Sofortimplantation ist ein anspruchsvolleres Verfahren als die klassische Implantation – weil weniger Zeit bleibt, Fehler zu korrigieren. Eine ehrliche Aufklärung über die Grenzen gehört für uns deshalb dazu.

Bei aktiver Entzündung nicht geeignet
Ist der Zahn wegen einer Entzündung an der Wurzelspitze oder einer fortgeschrittenen Parodontitis verloren gegangen, befinden sich Bakterien im Gewebe. Ein Implantat in diese Umgebung zu setzen, erhöht das Risiko einer Nicht-Einheilung deutlich. Hier lassen wir die Stelle zuerst ausheilen.

Bei zerstörten Knochenwänden nicht möglich
Fehlt eine der knöchernen Wände des Zahnfachs, findet das Implantat keinen Halt und die Kontur lässt sich nicht erhalten. In diesen Fällen bauen wir die Stelle zunächst auf und implantieren später.

Überlastung während der Einheilphase
Wird ein sofort versorgtes Implantat zu früh voll belastet, kann die Verbindung zum Knochen gestört werden. Deshalb erhalten Sie klare Vorgaben für die ersten Wochen – weiche Kost, keine Belastung der betroffenen Seite. Diese Vorgaben sind kein Ratschlag, sondern Voraussetzung für den Erfolg.

Wenn wir während des Eingriffs umplanen
Manchmal zeigt sich der tatsächliche Zustand des Knochens erst, wenn der Zahn entfernt ist. Ergibt sich dabei, dass die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, setzen wir kein Implantat. Wir besprechen dieses Szenario vorher mit Ihnen, damit es im Fall der Fälle keine Überraschung ist.

Wir klären auf

Kosten & Erstattung bei der Sofortimplantation

Die Kosten einer Sofortimplantation liegen in derselben Größenordnung wie bei einer klassischen Implantation – der Unterschied liegt in der Verteilung, nicht in der Gesamthöhe.

  • Was den Preis bestimmt: Aufwand der Extraktion, Implantat, gegebenenfalls Knochenersatzmaterial, provisorische Versorgung und die endgültige Krone. Ein eingesparter Behandlungstermin steht dabei einem höheren Aufwand pro Sitzung gegenüber.
  • Zusätzliche Positionen: Die dreidimensionale Planung ist beim Sofortverfahren praktisch immer erforderlich und wird gesondert berechnet. Auffüllmaterial kommt hinzu, wenn Hohlräume verbleiben.
  • Die gesetzliche Krankenversicherung: Die GKV beteiligt sich über den befundbezogenen Festzuschuss am Zahnersatz, nicht am Implantat oder am Sofortverfahren. Diese Anteile sind private Leistungen.
  • Zahnzusatzversicherungen: Viele Tarife erstatten anteilig oder vollständig, unterscheiden sich aber erheblich. Reichen Sie den Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn ein.
  • Wenn umgeplant werden muss: Kommt es während des Eingriffs zum Wechsel auf das zweizeitige Vorgehen, ändert sich auch die Kostenstruktur. Wir stellen Ihnen diesen Fall vorab dar, damit Sie beide Varianten kennen.
FAQ

Häufige Fragen zur Sofortimplantation

Wie lange hält ein Sofortimplantat?

Ein sofort gesetztes Implantat unterscheidet sich in seiner Haltbarkeit nicht grundsätzlich von einem später gesetzten – vorausgesetzt, es ist gut eingeheilt. Entscheidend für die Lebensdauer sind auch hier die Zahnfleischgesundheit, die Reinigung zu Hause und die Regelmäßigkeit der Nachsorge, nicht der Zeitpunkt der Implantation.

Wie hoch ist die Erfolgsquote?

Das Sofortverfahren ist gut untersucht und zeigt bei sorgfältiger Auswahl der Patienten Ergebnisse, die dem klassischen Vorgehen nahekommen. Der entscheidende Faktor ist genau diese Auswahl: Werden die Voraussetzungen eingehalten, ist das Verfahren zuverlässig – werden sie gedehnt, steigt das Risiko deutlich. Konkrete Prozentwerte nennen wir bewusst nicht, weil sie stark von der Ausgangslage abhängen und im Einzelfall wenig aussagen.

Bekomme ich sofort einen sichtbaren Zahn?

In vielen Fällen ja – wenn das Implantat fest genug sitzt, versorgen wir es direkt mit einem Provisorium. Dieses ist auf das Erscheinungsbild ausgelegt, nicht auf die Kaufunktion: Es darf zunächst nicht voll belastet werden. Ist die Stabilität nicht ausreichend, lassen wir das Implantat geschlossen einheilen.

Tut eine Sofortimplantation mehr weh als eine normale Zahnentfernung?

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist schmerzfrei. Da Extraktion und Implantation zusammenfallen, kann die Schwellung in den Tagen danach etwas ausgeprägter sein als nach einer reinen Zahnentfernung. Sie erhalten von uns entsprechende Verhaltenshinweise und einen Kontrolltermin.

Kann ich mich noch umentscheiden?

Ja – bis zum Eingriff jederzeit. Und auch während der Behandlung bleibt der Wechsel auf das zweizeitige Vorgehen offen, falls sich der Befund anders darstellt als geplant. Wir treffen diese Entscheidung im Zweifel zugunsten der sichereren Variante.

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